39_Mehr als Pflege: Leben in Hausgemeinschaften

Shownotes

Wie kann ein Pflegeheim zu einem Ort werden, an dem Menschen nicht nur betreut werden, sondern ihren Alltag möglichst selbstbestimmt gestalten können? Vor mehr als 20 Jahren hat das Diakoniewerk damit begonnen, Pflegeheime nach dem Modell der Hausgemeinschaften zu gestalten. Was damals ein neuer Ansatz war, prägt bis heute das Zusammenleben in den Häusern: kleinere Wohngruppen, vertraute Abläufe und möglichst viel Raum für persönliche Gewohnheiten und Entscheidungen. In dieser Folge von DIA-LOG erklären Nicole Bachinger-Thaller, Hausleitung im Haus für Senioren Linz, und Manfred Schmidhuber, Hausleitung im Haus für Senioren Wels und Regionalleiter Seniorenarbeit, darüber, wie Hausgemeinschaften im Alltag funktionieren. Sie erzählen, welche Rolle Alltagsmanager dabei spielen und warum das Modell insbesondere Menschen mit Demenz Orientierung geben kann.

Mehr Infos zum Diakoniewerk: www.diakoniewerk.at DIA-LOG wird produziert von wepodit.

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00:00:10: Hallo und herzlich willkommen zu Dialog, dem Podcast des Diakonie-Werks.

00:00:15: Der Podcast begleitet das Unternehmen auf seinem Weg des Wandels – wir sprechen über den aktuellen Transformationsprozess im Diakoniewerk und beleuchten Veränderungen und Herausforderungen.

00:00:28: Im Mittelpunkt stehen die Menschen, die den Wandel gestalten und ihre Perspektiven mit uns teilen.

00:00:35: Der Umzug in ein Pflegeheim verändert den Alltag eines Menschen grundlegend.

00:00:40: Umso wichtiger ist die Frage, wie viel vom vertrauten Leben dort Platz finden kann?

00:00:45: Eigene Gewohnheiten, persönliche Entscheidungen und das Miteinander mit anderen.

00:00:50: Vor mehr als zwanzig Jahren hat das Diakoniewerk begonnen, Pflegeheime nach dem Modell der sogenannten Hausgemeinschaften zu gestalten.

00:00:59: Damals war es ein völlig neuer Weg in der Pflege Und heute wollen wir darüber sprechen, was hinter dieser Idee steckt und vor allem darüber wie sie im Alter funktioniert.

00:01:11: Dazu sind Nicole Bachinger-Taller Hausleitung im Haus für Senioren Linz und Marmfred Schmidhuber Hausleiter im Haus von Senioren Wels und Regionalleiter Senioren Arbeit bei mir.

00:01:22: Schön dass ihr beide Zeit habt!

00:01:26: Danke schön das wir da sein dürfen.

00:01:28: Nicole, start gleich mal mit dir.

00:01:29: Nimm uns vielleicht einmal an einen gewöhnlichen Vormittag mit im Haus für Seniorin Linz.

00:01:36: Was passiert in einer Hausgemeinschaft?

00:01:38: Die darf man sich das vorstellen.

00:01:40: Ja, das hängt eigentlich ganz von den Bewohnerinnen und Bewohner ab wann und wie die aufstehen wollen.

00:01:44: Also so individuell versuchen wir es zu gestalten.

00:01:47: Wir orientieren uns da ganz klar an den Bedürfnissen Und auch an den Gewohnheiten der Bewohnerin und Bewohner.

00:01:52: Es gibt die Langschläfer Die heißt später Frühstücken, es gibt die früher auf Steher.

00:01:57: Es gibt welche die Frühstücke mal noch gar nicht, sondern gleich mal im Garten eine Hunde spazieren.

00:02:00: Es gibts die in Bechama-Frühstücken.

00:02:02: also da ist eigentlich recht viel möglich sag ich mal.

00:02:05: und man kann jetzt sagen es gibt schon gewisse Gewohnheiten also die die Bewohnerinnen und Bewohner haben und gleichzeitig kann er jeder Tag anders ausschauen.

00:02:12: Also es gibt ja Tage wo's auch sehr trubbelig wird z.B.

00:02:15: waren am Mittwoch der Gottesdienst ist oder waren der Friseur im Haus, also die Bewohner und Bewohner einfach auch Termine haben dann ist es recht dicht, dann läuft der Lift schon am Vormittag heiss sonst ist das natürlich am Vomittag nur ein bisschen Zeit für Pflege, Zeit fürs Frühstücken.

00:02:30: Es gibt Bewohnerinnen und Bewoner, die machen sich gleich mal einen Frühstück an die Arbeit, dass sie auf der Hausgemeinschaft unterstützen.

00:02:35: Das zum Beispiel fragen die Alltagsmanagerin was wird heute gekocht?

00:02:38: Und wie kann ich helfen?

00:02:39: Ja genau, so schaut das aus.

00:02:40: Es gibt die Lesenden und die Tageszeitung, die abonnierte nach dem Frühstück ganz eigentlich gemütlich bis trubbelig.

00:02:48: alles ist dabei!

00:02:49: Ja es hört sich einfach noch Leben an oder?

00:02:51: Also ich meine vor allem sehr abwechslungsreich und horrigt sich wirklich so an wie wenn jeder trotzdem seinen Alltag ein bisschen gestalten kann, wie er ihn gerne hätte.

00:03:01: Der Versuch ist auf jeden Fall da.

00:03:02: genau

00:03:02: Heute klingt ja so eine Wohngruppe mit gemeinsamer Küche vielleicht schon eher selbstverständlich, aber als ihr damals im Diakoniewerk damit begonnen habt war das ein ganz erneuerer Ansatz.

00:03:14: Manfred was wollte denn dieses Diakoniwerk damals eigentlich verändern und was war vor allem an dem Ansatz der Hausgemeinschaften damals ungewöhnlich?

00:03:26: Ja, an dem Ansatz der Hausgemeinschaft war ungewöhnlich dass es eigentlich ein Gegentrennt setzen wollte zu den ursprünglichen Altenheim-Bauten wie Altenhäume gebaut worden sind.

00:03:36: Das haben sie Altenhaume ja viel oder lange Zeit an Krankenhäusern orientiert als mit langen Gängen, mit funktionalen Böden und alles war abgestimmt auf die Pflege.

00:03:49: Es hat dann gegipfelt sogar das zum Eurzeiten am Pflegestation in Gemot in Altenheime.

00:03:54: Und eigentlich ist dieser Gedanke verloren gegangen, dass man gesagt hat es soll ja auch ums Wohnen gehen.

00:03:59: Das ist ja der Wohnort der alten Menschen und natürlich brauchen sie Pflege.

00:04:04: aber diese Alltag und dieses Wohnen dort ist eine ganz wichtige Komponente und man ist natürlich auch draufgekommen über die Zunahme von Menschen mit demens in Einrichtungen das kleinere Gruppen für Menschen mit den Mens einfach wichtiger sind also Zwargründe geben, glaube ich.

00:04:25: Also einerseits eben dieses wohnliche das noch wieder in den Vordergrund stellen wollt und andererseits diese Kleinheit der Gruppen dass man da einfach schaut, dass es für Menschen mit Demenz einfach besser passt.

00:04:38: Und das ist auch was, was sofort funktioniert hat bei uns.

00:04:41: Wir haben vorher einen alten Heimkopf mit Stockwerken die zwar nicht sehr groß waren aber das größte war mit sechsundzwanzig und wir haben dann nach zehn und zwölfer Gruppen reduziert.

00:04:51: Und was sofort aufgefallen ist dort, dass diese Wohnatmosphäre für die Bewohner beruhigter war.

00:04:57: also man hat gemerkt die Leute sind entspannter weil auch nicht so viele Menschen da sind an denen sie sich orientieren können oder orientieren müssen.

00:05:05: Und man hat auch sofort gemerkt durch die räumliche Gestaltung, dass da eine Küche ist und ein Essbereich, der direkt bei den Bewohnerzimmern sein kann.

00:05:14: Dass sie dort die Menschen einfach leichter haben sich zu orientieren.

00:05:18: Es gibt ja dann diesen Spruch Wohnen vor Pflege.

00:05:23: Der war sehr provokant damals natürlich weil wir natürlich trotzdem mal alten Pflegeheims sind.

00:05:28: aber dieser bewusste Schritt wieder wegzugehen von der Funktionalität, von der Institution hin einfach zu einer Wohnlichkeit die einfach dafür einen höheren Stellenwert kriegen soll.

00:05:41: Also wirklich mehr Zuhause als Pflegeheim sozusagen?

00:05:47: Ja!

00:05:48: Einfach auch von der Gestaltung.

00:05:50: Man hat sich dann bewusst entschieden wir haben keine Funktionsböden Wir haben sehr viel mit Holz gemacht Paketbölden in den Bewohnerzimmern mit allem für und wie da natürlich Aber die Wohnküche hat ja einen Küchenblock, der den Bewohnern zugewandt ist.

00:06:05: Das heißt auch da, dass man sagt, man hat die Bewohner einfach im Blick waren sie auch nach der Pflege daraus kommen Frühstücken.

00:06:14: Man kann auf sie reagieren und auf Menschen mit dem Mensch reagieren, weil man merkt, sie werden unruhig.

00:06:20: Genau das ist diese Philosophie dahinter.

00:06:24: Was würde dir denn beide sagen, haben Mitarbeiterinnen oder Verantwortlichen erst lernen müssen damit so ein Modell überhaupt im Alltag funktionieren kann?

00:06:34: Nicole.

00:06:35: Also ich glaube auch nicht der wichtigsten Aspekt ist die man lernen muss wenn man bei uns in einem Hausgemeinschaftskonzept arbeitet ist das zu verstehen dass Ein Tag in einen Alten- und Pflegeheim nicht bedeutet, dass man auf den Tag am Tag funktionell pflegen muss.

00:06:48: Das heißt wie es der Mannfort Vorarsch noch gesagt hat geht eigentlich ums Wohnen, um die Alltagsgestaltung, um Beschäftigungsmöglichkeiten.

00:06:55: Und da wieder schauen, wie können wir Bewohnerinnen und Bewohner aktiv hereinholen in den Tag?

00:07:00: Das heißt jetzt nicht dass BewohnerInnen immer selber aktiv sein müssen.

00:07:03: Es gibt ja passive Teilhabe aber einfach Teilhabemöglichkeiten schaffen für die unterschiedlichsten Bedürfnisse lagen.

00:07:10: Und ich glaube das ist etwas was für viele Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auch wenn sie zum Beispiel aus anderen Häusern sonst wechseln am Anfang nicht selbstverständlich sind.

00:07:18: Da ist immer ein gewisser Zeitdruck da war es ein bisschen neuer.

00:07:20: bis um zehn müssen alle gepflegt sein.

00:07:24: ausnehmen zu versuchen, aber an dem muss man auch stetig arbeiten.

00:07:29: Also das ist kein Selbstläufer.

00:07:31: Ja es ist einfach eine Umstellung natürlich für den Arbeitsalltag.

00:07:36: Welcher Grundgedanke von damals ist denn für die Bewohnerinnen auch heute noch besonders wichtig?

00:07:42: Vielleicht bleiben wir da noch bei dir Nicole.

00:07:44: Ja, ich glaube also wenn man Menschen im Alter fragt ob sie mal in einem Pflegeheim leben wollen und auch sage mal im Pflegeheim verstärben wollen weil es ist ja bei den meisten der letzte Lebensabschnitt dann wird die Mehrheit sagen nein das wollen Sie nicht.

00:07:56: Und das hängt ganz oft damit zusammen dass man natürlich Angst hat vor Verlusten von Verluster selbstständigkeit verlust natürlich der eigenen Wohnung der Identität.

00:08:04: Und ich glaube, mit unserem Hausgemeinschaftskonzept können wir viele von diese Ängste abfedern.

00:08:09: Durch die Kleinteiligkeit überhaupt der Einheiten ist es sehr familiär.

00:08:12: Man kann Beziehungen stiften und entstehen auch wieder Momente der Gesellschaft wo ja doch zu Hause auch ganz viel Einsamkeit bei den Menschen im Alter vorherrscht.

00:08:22: Wir schaffen das durch die Zimmer, dass sie sehr gering möbliert sind, dass die Bewohnerinnen und Bewohner einfach sehr viel von zuhause auch mitnehmen können.

00:08:28: Sehr viel ist natürlich relativ.

00:08:29: Natürlich ist eine Wohnung also ein Zimmer kleiner als eine Wohnung oder ein Hausvorhaber

00:08:33: aber die wichtigsten.

00:08:34: Es ist einfach wichtig, dass es sehr persönlich gestaltet wird damit da wieder Erkennungsmerkmale da sind oder man sich auch zu Hause fühlt.

00:08:41: Da haben wir glaube ich ganz viele Möglichkeiten.

00:08:43: natürlich durch das Kochen und die hauswirtschaftlichen Tätigkeiten die bei uns direkt auf der Hausgemeinschaft stattfinden gibt's ganz viel Beteiligungsmöglichkeiten.

00:08:50: Und ja, schon allein diese Präsenz, die wir durch den Alltagsmanagerinnen und Alltagsmanagern haben, da kamen ist einfach immer ein Ansprechpartner gegeben.

00:08:57: Also ich glaube, da kann man viel von dem, was man glaubt wie man im Pflegeheim ist, dass das da einsam ist, das noch pflege ist, alles funktionell ablauft können wir mit unserem Konzept sehr viel.

00:09:09: anders begegnen.

00:09:10: Das klingt sehr schön!

00:09:11: Du hast ja eh vorhin schon ein bisschen angesprochen, dass der Alltag eigentlich dann sehr bunt ist.

00:09:16: Aber trotzdem wie viel lässt sich deinem eigenen Tagesrhythmus wirklich orientieren?

00:09:21: Also eben wenn jetzt zum Beispiel eine Bewohnerin wirklich immer später aufstehen will und dann ist vielleicht aber die Frühstücksmöglichkeit trotzdem schon nie mehr gegeben oder wie viel könnt ihr da dann trotzdem auf Individualität eingehen?

00:09:36: Also wir haben Bewohnerinnen, wir können auch drei mal am Tag frühstücken wenn sie das wollen.

00:09:39: Also durch die, dass wir die Küchen wirklich auf der Hausgemeinschaft haben und keine Großküche derzeit.

00:09:44: Wir müssen nicht zu einer bestimmten Uhrzeit eine Geschirr zurückbringen oder es gibt eben diese fixen Essenszeiten.

00:09:48: Nicht natürlich haben wir Schauer, sage ich mal Kernessenszeite wo ganz viele Bewohner ein Bewohner teilhaben wollen an dieser Zeit.

00:09:56: aber es ist ja ganz viel außerhalb möglich weil man in der Küche natürlich wieder aufwärmen kann was aufheben kann oder was individuell zubereiten.

00:10:04: Man muss aber sagen gleichzeitig, wie gesagt es gibt schon so ein Rudelverhalten oder was wir das nennen.

00:10:10: So dass die Bewohner Schauer gerne

00:10:12: gemeinsam

00:10:13: ist und zu einer bestimmten Zeitessen.

00:10:15: Also die Essenszeiten sind schon eine Marker in der Alltagsgestaltung.

00:10:19: Aber an sich wäre da sehr viel möglich.

00:10:21: Sie orientieren sich heute auch stark am Gemeinschaften.

00:10:23: Das ist wie in einer Familie zu Hause.

00:10:24: Da isst man halt auch am Sonntag.

00:10:27: und zwölf oder wie man es halt gewohnt ist.

00:10:29: Und so entwickelt sich das in der Hausgemeinschaft schon auch, aber es wäre auch möglich, dass man es ganz anders macht.

00:10:34: Wenn ich mir zum Beispiel mehrmals vom Frühstück bin, da kippen wir mit Marmelade an, dann soll er das machen solange nicht die Diabetes komplett durch die Rechnung machen.

00:10:43: Das habe auf ein paar Dinge muss man natürlich achten.

00:10:46: Mein Freund, wie schaut das bei euch in der Praxis aus den Welt?

00:10:49: Ja, bei uns ist das auch ganz ähnlich.

00:10:51: Man versucht diese Zeiten zu gut, bis geht, anzupassen und auch wirklich durch das... Evis, die Nicole auch schon erwähnt hat.

00:10:59: Dieser große Vorteil von der Unmittelbarkeit der Lebensmittel, den wir da haben kann eine Bewohner rund um die Uhr was zu essen haben.

00:11:06: also das ist kein Thema und man versucht natürlich und Gott Menschen mit Demenz sind ein großer Lehrmeister.

00:11:13: Menschen mit demenz muss man ja oft etwas anbieten und wenn es nicht funktioniert dann muss man einfach wieder zurückzugehen und einfach dann Zeitlang später halbe Stunde oder Stunde wieder reinschauen zu ärmen und sagen, okay ist es jetzt möglich.

00:11:26: Also durch das haben wir Kinder da wirklich sehr frei agieren und das ist sicher eine positive Geschichte hat aber auch letztendlich was mit der Einstellung der Mitarbeiter zu tun weil ein Mitarbeiter muss natürlich dann die Fähigkeit haben seinen eigenen Ablauf wieder umzustoßen und dieses neue Bedürfnis, das er im Grad begegnet von den Bewohnern, wieder neu in den Ablauf einzubagen.

00:11:51: Und ja, das ist oft gar nicht so einfach.

00:11:53: Gerade wenn man eben einen sehr funktionalen Ablauf geworden ist.

00:11:58: Da kommt wahrscheinlich dann ganz stark das Thema Flexibilität ins Spiel oder was da gefordert ist sozusagen dann vom Team?

00:12:07: Ja total!

00:12:08: Total!

00:12:08: Das ist ein ganz wichtiger Faktor und es für uns eigentlich auch eine Qualitätskriterien, die wir haben möchten bei unseren Mitarbeitern.

00:12:16: Das schließt jetzt eigentlich eher ein bisschen an die nächste Frage, die ich an die hätte an.

00:12:20: Nämlich eben wie findet der Team die Balance zwischen persönlichen Wünschen und trotzdem zusammenleben in einer Gemeinschaft?

00:12:27: Was wir schon ein bissel angesprochen haben – Wie macht ihr das in Wales?

00:12:31: Natürlich muss man ganz realistisch sagen auch Wir haben unsere Grenzen sowie jede Einrichtung.

00:12:36: Wir sind trotzdem eine Einrichtungen wo viele Menschen miteinander dann leben müssen.

00:12:42: Und gerade bei diesen Kleingruppen war ja dann am Anfang die Frage, verstehen Sie denn den Bewohner?

00:12:47: Was tun wir denn da an, wenn sie den Bewarner nicht verstehen und der Konflikte auftreten.

00:12:52: Und dass haben wir eigentlich darauf gekommen, dass man auch ganz viel mit Tischgemeinschaften regeln kann.

00:12:57: Also man schaut dann einfach in den Hausgemeinschaften die passende Bewohner zusammen.

00:13:02: Manche Hausgemeinschaften, also wenn man bei uns in diese sieben Hausgemeindschaften reingeht, dann wird man über verschiedene Tischgemeindschöpfen vorfinden.

00:13:11: Hausgemeinschaft gehen, wo eine lange Dorfe steht.

00:13:13: Weil alle gut an einem Tischplatz haben und da gut auskommen.

00:13:17: Es gibt aber genauso Hausgemeinheit, wo wir die Tische verschieden im Küchenbereich oder Essbereich verteilt haben bzw sogar manchmal steht auch nicht im Wohnzimmerbereich.

00:13:28: Und dort gibt es dann einfach Gemeinschaften, die zueinander passen.

00:13:31: Da überlegt man einfach auch schon, wo passt ein Bewohner dazu, wenn er einen neuen Entsitt bei uns?

00:13:38: Muss man ja auch in einer WG schauen, passt mal zusammen.

00:13:41: Also wenn man sich das jetzt im Alltag ein bisschen überlegt.

00:13:44: Und letztendlich muss man schauen dass man immer wieder Konflikte zu lösen hat so wie in einer Familie letztendlichen.

00:13:51: Man muss immer schauen wie kommen Leute zusammen miteinander und man muss manchmal den schützen oder für den argumentieren.

00:14:00: aber es funktioniert eigentlich gut.

00:14:02: Nicole, du hast vorhin schon den Begriff Alltagsmanagerin in den Raum gestellt.

00:14:07: Die habt ihr im Diakoniewerk die prägen ja auch das Leben in der Hausgemeinschaft neben der Pflege.

00:14:13: Vielleicht können wir uns einmal genauer anschauen was tun Deinen Alltag-Managern an einem typischen Tag und wie sind sie in Abstimmung mit dem Pflegekräften?

00:14:25: Also die Alltagsmanagerinnen und Alltagsmanager, kurz AM war nicht das Abgöten.

00:14:29: Das ist doch ein bisschen langer Begriff.

00:14:32: Wir sind bei uns sozusagen die Präsenzkräfte auf der Hausgemeinschaft da.

00:14:34: Eigentlich immer die ersten Personen, die man trifft.

00:14:37: also wenn eine Bewohnerin-Bewohner aufsteht und so sagen die bei der Morgenpflege Unterstützung bekommen hat und rauskommt dann ist eigentlich die AM in der Küche begrüßt einmal fragt was zum Frühstück geben soll.

00:14:48: wir versuchen gerade wieder Buffet Situationen zu setzen begleitet zum Buffet dass die Bewohnerinnen und Bewohner sich da selber etwas nehmen können.

00:14:55: Das ist ja auch immer ganz was Wichtiges, dass man nicht nur immer sagt wo in sich sondern dass man es her zeigt.

00:14:59: Also mit allen Sinnen weil wir haben natürlich auch Bewohnerinnen und Bewohnern mit sinnes Einschränkungen Genau.

00:15:04: Und die ist dann einfach präsent für die Anfragen, für die Bedürfnisse, dass sozusagen immer wen gibt der, der sozusagen in der Nähe ist.

00:15:11: Also das ist ja ein ganz großer Faktor gerade bei der Demenz also einfach immer wer da ist, der so zu sagen ansprechbar ist und da haben die ja eben natürlich eine große Rolle.

00:15:21: sie haben natürlich mit dem Aufgabenbereich der hauswirtschaftlichen Versorgung der Hausgemeinschaft und auch des Kochen eine große zentrale Rolle.

00:15:28: also Essen Essen bestimmt den Tag trotzdem und Essen ist ganz was Wichtiges, das kämpft man selber auch.

00:15:34: Also sage ich meine Mama im Urlaub ist, schaut mal beim Frühstück

00:15:36: schauen wir es zu Mittagessen

00:15:38: oder zum Abendessen.

00:15:40: Von daher heißt das Essen ganz was wichtiges und das verkörpern die ja eben natürlich auch.

00:15:45: Und wir schauen jetzt speziell am Nachmittag immer dass die Alltagsmanagerinnen punktuell Möglichkeiten der Aktivierung der Beschäftigung für die Bewohnern und Bewohner bieten.

00:15:56: Das hängt ganz stark von den Interessen- und Fähigkeiten der AM ab, also was wollen sie gern?

00:16:01: Was können Sie ja kreativ schöpfen?

00:16:03: Was

00:16:03: zum Beispiel...

00:16:04: Also das ist vom Barticken über Herbstdekorationen, über gemeinsam Opferstrudel ziehen, alles Mögliche ist da drin.

00:16:12: Da haben wir uns einfach ganz stark orientiert, was wollen und können Sie einbringen und wie?

00:16:16: Wollen können sich die Bewohnerinnen und Bewoner einbinden.

00:16:19: Da kann man mitmachen, da muss man aber natürlich nicht mitmachen.

00:16:21: Also es gibt die, die schauen zu und machen sie vielleicht wichtig wie der Apfelstuhl richtig

00:16:25: geblieben ist oder

00:16:26: so.

00:16:27: Und das gibt die in den Backen auch an.

00:16:28: Aber ich denke mal, das ist auch wieder sehr familiär.

00:16:31: Das ist einfach der Alltag genau!

00:16:33: Das klingt wirklich sehr, sehr nett.

00:16:36: Trotzdem ist ja der Einzug in ein Pflegeheim für Bewohnerinnen und Angehörige oft mit Sorgen verbunden.

00:16:42: Es ist ja ein Einschnitt natürlich.

00:16:44: Wie gestaltet ihr denn die ersten Tage damit Sie da Vertrauen fassen und sich zurechtfinden können?

00:16:50: Manfred!

00:16:51: Es ist einfach so dass wir schon vorher auch schon Aufnahmegespräch haben Mit Angehöring wo man schon versuchen obzuschätzen Wo steht der alte Mensch der kommt zu uns.

00:17:02: Manchmal kommt auch der alte Mensch mit, aber in den seltensten Felden.

00:17:05: Weil ja manche von Krankenhaus direkt zu uns kommen und da geht es für uns einfach mit unserer Erfahrung darüber nachzudenken.

00:17:14: was kann das schon Thema sein?

00:17:15: Ja gerade bei Menschen mit Demenz ist es oft wirklich sehr spannend da sagen wir... Z.B.

00:17:21: auch so Sachen gleich ganz offen, dass man sagt es kann sein das ihre Mutter am Anfang viel Besuch braucht oder es kann seien dass der Besuch von den Angehörigen den Stress verursacht hat sie immer wieder nach Hause.

00:17:32: wohin?

00:17:33: also?

00:17:33: man versucht er schon diese diese Anfangsthemen die man eben hat wo man sagt wie kann der Bewohner bei uns ankommen einfach wirklich gut zu formulieren.

00:17:44: Wie Nicole schon gesagt hat, wir haben die Zimmer sehr spärlich eingerichtet.

00:17:49: da raten wir auch den Angehörigen das sie da wirklich den Mut haben so in viele private Dinge mit herzubringen.

00:17:55: und viele Bilder.

00:17:56: also sie können Bilder aufhängen wie sie wollen weil letztendlich geht es darum dass der Bewohner oder die Bewohnerin sich nicht nur in dem Zimmer wohlfühlt sondern dass er sie all dem Zimmer wiedererkennt.

00:18:08: Also wenn er das begridt, dass er daraus kommt, dann gehört er mir oder ich hin.

00:18:13: Das ist jetzt mein Zimmer.

00:18:15: Ja, mein Zuhause eigentlich?

00:18:16: Oder ja, schön!

00:18:19: Manchmal du bist da schon wirklich sehr lange im Geschäft und der Anführungszeichen was würdest Du denn sagen lässt sich aus zwanzig Jahren Hausgemeinschaften auch auf andere Formen von Betreuung und Pflege übertragen?

00:18:33: Ich glaube... Jede Landseitpflegeeinrichtung kann sich die Frage stellen, wie sehr wollen wir Institution sein?

00:18:42: Wie sehr wollen Wir geprägt sein von unseren Arbeitsobläufen und wie sehr können wir eben unsere Arbeitsobläufe auf den Bedürfnisse der Bewohner einstellen.

00:18:53: Also ich glaube das kannst du mir prinzipiell jeder fragen.

00:18:56: Es kommt natürlich sehr drauf an wie es gepusht wird von der Leitung oder vom Träger Wo man sagt, genau diese Sache wollen wir.

00:19:05: Dass da nicht nur der Anführungszeichen, natürlich nicht nur Pflege passiert sondern auch Alltag möglich ist.

00:19:13: Das ist wirklich der wichtigste Gedanke.

00:19:15: und das fang dem wirklich an bei ganz kleinen Dingen eben zum Beispiel bei die Essenszeiten.

00:19:23: Warum zum Beispiel gibt es Häuser, die noch Essenszeit begrenzen müssen?

00:19:27: Was sind dort die Hinderungsgründe?

00:19:30: Kann man die ausräumen oder muss man realistisch bleiben und sagen, es ist nicht möglich.

00:19:35: Aber solche Dinge sind ganz wichtig!

00:19:39: Dass man wirklich den Mitarbeiter gut mitnimmt, dass man die da schult, das man sagt lebe Leid, eh so wie er gesagt hat, Angebot und Rückzug, wenn was nicht glaubt, ihr seid's nicht dazu verpflichtet, dass alle am Vormittag gewaschen und getuscht sein.

00:19:55: Es kann auch sein, dass jetzt für einen Menschen mit dem Ents erst am Nachmittag passt dass man umholen muss, sag ich jetzt mal, wo einfach die Mitarbeiter merken können es ist auch von der Leitung erwünscht.

00:20:08: Es ist gewollt und eben auch mal selber keinen Stress machen.

00:20:11: Und einmal Kollege kommt dann nicht und sagt hey warum hast du das nicht gemacht?

00:20:16: Sondern da kann man dann argumentieren wer bewohner hat das jetzt auch nicht wollen?

00:20:20: und das war jetzt keine Pröswilligkeit sondern das war eigentlich eine Professionalität dass man entschieden hat, nein jetzt noch nicht wir probieren das später.

00:20:29: Also da gibt es schon so Dinge wo man sagt ist ganz wichtig, dass man sie im Team gut versteht, dass da kein Mist dran entsteht.

00:20:39: und wenn man aber das konsequent verfolgt und immer zur Sprache bringt dann ist das ein Weg der sich wirklich auszuhält.

00:20:45: also für die Mitarbeiter die das wollen und können ist das wirklich ein freies Arbeiten.

00:20:51: Aber arbeiten das haben wieder diese Schönheit, dass Beruf es wieder ein Stück weit mehr bringt.

00:20:58: Ob und so ist natürlich auch viel stressig, das ist ja ganz klar.

00:21:01: aber letztendlich dieses individuelle Eingehen auf die Bedürfnisse ist also das was den Beruf schön macht.

00:21:08: Ich finde man sieht das auch so schön bei dir weil ich habe dich ja gerade jetzt von mir an dieses Leuchten in den Augen und ich meine du bist da trotzdem schon sehr lange tätig.

00:21:17: und aber es gibt dann noch immer was offensichtlich.

00:21:23: Sehr schön.

00:21:24: Wir haben jetzt über die Idee von damals und den alten Heute gesprochen.

00:21:28: in dieser Folge, jetzt möchte ich noch einmal ein bisschen zurück in die Häuser wenn ihr Nicole Manfred heute durch die Häuse geht an welchen konkreten Momenten merkt ihr denn dass die Idee der Hausgemeinschaften wirklich trägt das das eine gute Idee war?

00:21:47: Meistens merkt man, dass es sehr individuell ist.

00:21:50: Wenn ich durch die Hausgemeinschaft gehe und nicht überall zur gleichen Zeit am Tisch sitze, sondern manche spazieren oder beteiligen sie beim Kochprozess.

00:22:02: Manche sind nur in der Zimmer.

00:22:06: Wir haben so Charaderunden oder diverse Quartenspiele miteinander, wir haben eh bei den Wohnungen zwar verschiedenen Ebenen die Besuchung sind und also waren einfach sozusagen ein bisschen eine Bewegung drinnen ist.

00:22:18: Und wenn man diese Individualität merkt das heißt dass nicht alle zu einer gewissen Zeit wie die Händeln auf der Stange sitzen müssen.

00:22:26: Sondern wenn man merkt, da gibt es wirklich die Langschliffe, es gibt die, die früh aufstehen und was auch nachmittags ruhig machen.

00:22:32: Es gibt die aber gerne Aussegängern oder eben noch mal zum Beispiel bei einem Bewohnern der Fahrt dann in Taxi, Innenstadt und Kaufzeit, Zeitschriften.

00:22:41: Also einfach so, dass man merken kann, die Bewohner können das tun?

00:22:45: Was sie wollen.

00:22:47: Einen Alltag leben so schön.

00:22:48: Manfred, was würdest du sagen?

00:22:50: An welchem konkreten Moment machst Du das fest, wenn Du durch das Haus für Seniorenwels gehst?

00:22:56: Ja ich glaube Nicole hat jetzt schon viele Dinge beschrieben, auf was ihnen eingehen möchte ist Wir haben vor Jahren schon etwas ganz anderes einfaches gemacht die Hausgemeinschaft mit Bluetooth-Boxen ausgestattet.

00:23:08: Und was mir zum Beispiel extrem gefällt, weil ja Musik ein Medium ist für Menschen mit den Mens, wo sie einfach aufleben ... war eine Hausgemeinheit gedreht und der Mitarbeiter hat eine Musik eingeschaltet, die genau für die Bewohner passt.

00:23:24: Die von manchen Mitarbeitern Aqualis?

00:23:26: Weil dann muss man Peter Alexander horchen oder sonstige...

00:23:30: In innerfischen!

00:23:31: Ich verbrechte heute an einem selber Nählentsprechen, aber man weiß wie gut es den Bewohner tut.

00:23:37: Und das alleine ist für mich auch, dass da jubelig denen wir drinnen werden, weil ich mir denke genau wegen dem machen wir das.

00:23:44: Dass dieses Bewusstsein auch da ist bei den Mitarbeitern – was kann ich denn neben der Pflege machen?

00:23:51: Es waren jetzt wirklich schöne Abschlussworte und ich muss dazu sagen, ich kriege wirklich Lust, dass ich da mal auf Besuch vorbei schaue.

00:23:57: Weil ich glaube, da lebt man einiges oder vielleicht eine Rundescharade mit Spiel?

00:24:00: Vielleicht

00:24:01: schauen wir mal.

00:24:01: Sehr gerne!

00:24:02: Freie Monds!

00:24:03: Ja vielen Dank lieber Nicole!

00:24:05: Vielen Dank lieber Manfred für diesen Einblick in eure Häuser und vor allem eben in einen Modell das das Diakoniewerk jetzt schon seit mehr als zwanzig Jahren gestaltet und weiterentwickelt.

00:24:16: Danke, dass ihr euch Zeit genommen habt.

00:24:20: Liebe Hörer und Hörerin, das war Episode thirty-neun von Dialog.

00:24:24: Danke dass auch ihr wieder mit dabei wart zugehört habt!

00:24:28: Und wenn es noch nicht gemacht habt, abonniert uns gleich noch auf Spotify oder Apple Podcast dann verpasst ihr nicht so bald wieder eine neue Folge erscheint – Das ist immer am ersten Dienstag im Monat.

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